Capcom: „Survival Horror frustriert Spieler im Laufe der Zeit“ / Ausrede oder Wahrheit?

In einem Interview mit der britischen Play versucht Masachika Kawata, Produzent von Resident Evil: Operation Racoon City und Resident Evil: Revelations zu erklären, warum Capcom mit seiner Survival Horror-Serie imer mehr Action in seine Spiele bringt.

„Survival Horror hat traditionell etwas damit zu tun, die Freiheit des Spielers einzuschränken, und dadurch Spannung aufzubauen“, sagt Kawata.

Womit er auch Recht hat, Survival Horror-Spiele sollen den Spieler fordern und nicht einfach innerhalb von 6 Stunden ans Ziel bringen und dem Spieler das Gefühl geben er musste nicht viel dafür tun.
Aus diesem Grund verstehe ich den Schritt nicht den Capcom mit der Resident Evil-Reihe eingeschlagen hat, aber seine nächste Aussage ist meiner Meinung nach einfach nur Blödsinn.

„Doch was damals, als das Genre gerade erst entstand, noch eine originelle Spielerfahrung war, sorgte im Laufe der Jahre für Verdrossenheit. Action-Elemente gewannen im Survival Horror immer mehr die Oberhand, um den Frust mit diesen Einschränkungen beim Spieler abzubauen.Wir haben Resident Evil: Revelations (3DS) zum Beispiel so entwickelt, dass das klassische Erforschen im Survival Horror Stil mit schneller Action vermischt wird: Die überwiegende Mehrheit der Presse und Kundenreaktionen auf Revelations hat bewiesen, dass ein Spiel mit schneller Action dem Geist von Resident Evil durchaus treu bleiben kann.“

Quelle

Die Gründe die Kawata nennt sind meiner Meinung nach falsch. Der Werdegang der Resident Evil Reihe lässt sich doch schon anhand der Meta Critic-Wertungen beurteilen. Der erste Resident Evil-Teil hatte einen Meta Critic Score von 91, während das von Kawata produzierte Operation Racoon City gerade einmal 52 Punkte hatte. Gut, gegen die 82 Zähler von Resident Evil: Revelations gibt es keine Einwände. Trotzdem ist es doch offensichtlich dass die Fangemeinde wieder ein forderndes Survivalabenteuer haben möchte. Schaut man sich nur den Erfolg von der ARMA2-Mod DayZ an kann man erkennen wie gefragt dieses Genre ist, jedoch gibt es fast keinen Entwickler der dieses Genre bedient.

Mich würde interessieren, wieso es schlecht sein muss, wenn der Spieler ein schweres Videospiel spielt. Deswegen ist er nicht gleich frustriert, so wie Kawata sagt. Im Gegenteil, wenn man ein schweres Spiel durchgespielt hat, verspürt man ein viel größeres Erfolgsgefühl, wie bei einem leichten Actionshooter den man ganz nebenbei durchspielt.

Ich denke das sind alles nur Ausreden. Viele Entwickler versuchen auf den Call of Duty/Battlefield-Zug aufzuspringen, um so mehr Spiele zu verkaufen. Doch dabei werden traditionsreiche Videospielmarken wie Resident Evil einfach verhunzt und nurnoch der Name lässt erkennen, dass es sich dabei um einen Resident Evil-Teil handelt. Das geht in Teil 6 sogar schon so weit, dass man Charaktere aus früheren Teilen spielen kann damit man wenigstens beim spielen nicht vergisst, was man gerade spielt.

Ich persönlich freue mich auf kommende Hoffnungsschimmer wie The Last of Us und hoffe, dass diese Spiele erfolgreich werden, damit die Entwickler und Publisher merken, dass sich nicht nur mit sinnloser Rumballerei Geld verdienen lässt.

Abschließen muss ich ehrlich sagen, dass ich hoffe, dass Capcom mit Resident Evil 6 ordentlich auf die Nase fällt, damit sie endlich aufwachen und wieder anfangen Spiele zu entwickeln, die den Massenmarkt ansprechen UND wie die alten Teile sind.

Hinterlasse einen Kommentar

4 Kommentare

  1. Dominik

     /  Juli 31, 2012

    Survival-Horror muss ja nicht mega schwer sein! In diesem Genre ist mMn die erzeugte (gruselige) Stimmung von Bedeutung. Dafür kann eine gewisse Hilflosigkeit, die eventuell durch einen hohen Schwierigkeitsgrad erzeugt wird, verantwortlich sein – muss aber nicht! Das sind doch alles nur Ausreden, die man sich auch schenken könnte. Capcom denkt, das es mit mehr Action, mehr Geld verdient. Ganz so einfach ist es aber (zum Glück) nicht. Ich hoffe, dass RE6 genauso scheitert wie Dead Space 3 scheitern soll.
    Die Aussagen der verantwortlichen Marketingchefin sind mehr als peinlich und gehen in eine ähnliche Richtung, wie die Zitate des RE-Produzenten:
    http://www.4players.de/4players.php/spielinfonews/Allgemein/30917/2107777/Dead_Space_3EA_Vorgaenger_waren_zu_gruselig.html

    Antworten
    • „Wir haben Feedback gehört, dass sie [Spieler] den Thrill daran mögen, aber das es ziemlich gruselig war, und der offensichtliche nächste Schritt war, dass sie es mit jemandem zusammenspelen wollen. Also haben wir Koop eingeführt.“

      Also, dass sagt ja wohl alles aus. Ich kann als Spieler doch nicht überrascht sein dass ein Horrorspiel gruselig ist. Mal davon abgesehen, hätten sie ja einfach einen Koop einführen können und den Horroranteil belassen können, nun schrauben sie den aber trotzdem herunter. Wann nimmt das mit dem Blödsinn endlich ein Ende? Ich glaube wenn man ordentliche Spiele haben will muss man wirklich auf die kleinen Studios zurückgreifen.

      Antworten
  2. Der Name und die Monster lassen erahnen, dass es sich um ein und dieselbe Reihe handelt!

    Antworten

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

moviescape.blog

Texte über Filme, Serien, Popkultur, Laufen und das Vatersein.

sOLARiZ.de | Tech and Gaming Blog

News aus dem Bereich Spiele, Gaming, Software, Hardware und Technik - alles was einen Gamer interessiert!

Zockwork Orange

News und Reviews rund um die Kultur der Videospiele

redmaker.net

Games - Video - Music - Internet - More

Onlineleben- Offlineleben

Leben, Gaming und der ganze Rest...

German Otaku Blog

Anime, Manga, Comics, Games und mehr...

The WordPress.com Blog

The latest news on WordPress.com and the WordPress community.

%d Bloggern gefällt das: