Emotionen erst mit Fotorealistischer Grafik?

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2K Games-Chef Christoph Hartmann sprach sich in einem Interview über die aktuelle Problematik in Videospielen aus. Demnach setzen so viele Entwickler auf Action und Explosionen, da es mit der aktuellen Grafikleistung sehr schwierig ist wirkliche Emotionen zu vermtteln.

„Bevor Videospiele nicht fotorealistisch sind, wird es sehr schwierig sein sich für neue Genres zu öffnen“, so Hartmann

Doch stimmt es wirklich, dass für Emotionen gute Grafik nötig ist?

In meinen Augen erzählt Hartmann Quatsch. Emotionen in Videospielen gibt es schon lange, es kommt auf die Inszenierung an, nicht auf die grafische Qualität. Natürlich ist es einfacher mit Fotorealistischer Grafik Emotionen zu vermitteln, doch es ist ebenso möglich Emotionen durch Musik, Dialoge und andere Dinge zu vermitteln.

Das ist ein in meinen Augen sehr großer Kritikpunkt an die Videospielindustrie. Es werden zu viele Ressourcen auf die Grafikqualität verwendet. Wie viele neue Videospile gibt es, welche eine mitreißende Geschichte haben? Oder einen emotionalen Soundtrack? Letzteres wird man vermutlich das ein oder andere Mal antreffen, jedoch bleibt unterm Strich nicht viel übrig. Emotionen in Videospielen allein an der Grafik festzumachen ist in meinen Augen ein wenig kurzsichtig. Ein gutes Buch kann Menschen auch traurig, fröhlich oder nachdenklich machen und dort spielt sich nichts im audiovisuellen Bereich ab. Das zeigt, dass ein Großteil an Emotionen schon allein durch Dialoge vermittelt werden können. Spiele wie Final Fantasy VII, VIII, Monkey Island und Grandia zeigen, dass auch ohne fotorealistischer Mimik Emotionen bei den Spielern ankommen.

In meinen Augen liegt das Problem darin, dass die Entwickler nicht bereit sind ein Risiko einzugehen und deshalb der Action- und Explosionenlinie treu bleiben. Es werden viele Ressourcen in die optische Gestaltung des Spiels gesetzt um die viel zu oberflächliche und langweilige Geschichte zu verschleiern.

Die letzten guten Spiele mit Emotionen sind schon viel zu lange her.

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2 Kommentare

  1. Mein aktuelles Beispiel für emotionale Videospielmomente: DayZ. Hab diesen Take 2 Kommentar auch auf EG.de gelesen und finde die Aussage ziemlich lächerlich. Merkwürdig, dass es ausgerechnet von Take 2 kommt, wo die ja immerhin die Bioshock Reihe vertreiben, welche ja zumindest versucht den Spieler auch etwas emotionaler zu fordern.

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    • An DayZ hatte ich gar nicht gedacht. Stimmt, dass ist auch ein gutes Beispiel.
      Ich finde es schon komisch welche Sachen sich manche Entwickler einfallen lassen, um Kritik zu blockieren. Natürlich ist es möglich emotionale Spiele mit weniger guter Grafik zu machen. Laut der Aussage von Hartmann dürfte es dann ja auch noch bis heute keine emotionalen Spiele geben, was natürlich falsch ist.

      Antworten

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