Die japanische Spieleindustrie vor der Bedeutungslosigkeit

Wenn man Breath of Fire, Grandia und Chrono Trigger hört, dann geht bei den meisten Gamern das Herz auf. Wie viele Stunden haben wir wohl vor der Flimmerkiste verbracht um mit Justin gemeinsam Abenteuer zu erleben? Wie lange sind wir mit Chrono zusammen durch die Zeit gereist, um die Welt vor dem Untergang zu bewahren? Achja…selbst während ich das hier alles schreibe geht mir das Herz auf und lässt mich in Erinnerungen schwelgen. Doch das Problem ist: Diese Spiele sind schon eine Weile alt. Was hat sich seitdem getan?

Es ist wohl kein Geheimnis wenn man sagt, dass die japanische Videospielindustrie stark nachgelassen hat. Der einstige Platzhirsch und Ideengeber wurde schon lange von der Konkurrenz aus Übersee eingeholt, oder -noch schlimmer- versuchte sich anzupassen.

Ehemalige japanische Videospielmarken „veramerikanisierten“ immer mehr. Ein gutes Beispiel ist die Resident Evil-Marke, welche mit dem 6.Teil wohl am Höhepunkt der Verunstaltung liegt. Dann wäre da noch Silent Hill, bei dem die Entwickler wenigstens versuchen wieder den richtigen Biss zu finden.

Dann gibt es noch Titel die sehr gut sind, doch einfach nicht in Europa erscheinen. Man denke nur an den Nachfolger von Chrono Trigger, Chrono Cross, welcher laut Metacritics eines der besten Videospiele aller Zeiten ist. Oder die Ys-Reihe, wobei diese wenigstens teilweise auf Steam und PSP erhältlich ist. Das prominenteste Beispiel dürfte wohl die Dragon Quest-Reihe sein, von der gerade mal ein Teil auf einer stationären Konsole erschienen ist.

Es ist ja nicht einmal so dass man sagen könnte all diese Spiele haben sich nicht gut verkauft und werden deswegen nicht Europa und den USA herausgebracht. Die Dragon Quest-Reihe verkaufte sich über 47 Millionen Mal und ist in Japan die erfolgreichste Videospielreihe überhaupt, noch vor Final Fantasy.

Gleichzeitig erscheint die 45. Neuauflage von Sonic the Hedgehog von Sega, doch über ein Remake von Shenmue denkt niemand nach.

Die Videospielindustrie in Japan ist gespalten und befindet sich in einem Schwebezustand. Es gibt die, die traditionell bleiben und versuchen die Spiele wie früher zu machen, was auch Erfolg hat, jedoch selten die Chance bekommt es bis nach Übersee zu schaffen. Dann gibt es die „Nachahmer“, die versuchen dem Markt genau das zu geben vom dem sie denken er braucht es und das ist im Moment Action und Explosionen. Doch wo sind die, die versuchen eigenständig zu bleiben und eigene neue Ideen zu entwickeln? Früher gab der japanische Markt vor was gerade „in“ ist. Sicher es gibt ein paar Ausnahmen, wie Metal Gear und Disgaea und noch ein paar mehr. Doch gemessen an dem was aus Übersee kommt wirkt das wie ein Tropfen auf dem heißen Stein. Von Game Arts (Grandia) hat man in Europa -abegesehen von dem Grandia 1 release im PSN- seit Jahren nichts mehr gehört. Der 3. Grandia-Teil erschien auch nie in Europa.

Das Problem ist, dass die meisten Titel aus Japan allesamt sehr gut sind, jedoch nicht die Chance bekommen sich auf anderen Kontinenten zu beweisen, oder wenn sie das tun, dann erscheinen sie auf Handhelds. Oder, wie im Fall von Sega, werden die Topmarken der Firma einfach nicht lokalisiert (Yakuza).

Wenn nicht bald etwas passiert könnte Japan zu einem unwichtigen Hersteller von Videospielen zählen, doch das würde dem Land nicht gerecht werden, denn für mich hat Japan das Potential die Videospielindustrie erheblich zu verbessern.

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5 Kommentare

  1. Ja, sie laufen schon länger ihrer alten Form nach, aber hier und da blitzt dann doch immer mal wieder dieser spezielle Japano-Touch durch, der so geniale Spiele hervorbringen kann. SEGA kümmert sich doch eigentlich ganz gut um die Yakuza Reihe und bislang kam doch bis auf eine Ausnahme jeder Teil auch zu uns, oder?

    Mich wundert etwas, dass die Japaner scheinbar auch so wenig Anteil am wachsenden Indie-Markt haben. Immerhin sind ja gerade so klassische 2D-JRPGs im Hinblick auf die Produktionskosten mit den heutigen Mitteln relativ preiswert umzusetzen, schätze ich.

    Antworten
  2. Dominik

     /  September 26, 2012

    Yakuza werde ich mir wohl mal vornehmen, nachdem ich Shenmue beendet habe.
    Japanische Spiele (vorallem, die typischen JRPGs, die in den Westen kommen) sind leider oft an den falschen Stellen „retro“. Mir kommen sie oft umständlich vor. Diese Fähigkeit, überragende Handlungen zu erzählen, die allen Japanern wohl in die Wiege gelegt wird, scheint mir zu selten genutzt.
    Jedenfalls setzt sich Qualität immer durch! Daran glaube ich. Entscheidend für die Zukunft wird sein, dass die richtigen Spiele lokalisiert werden. Dann wird Japan als Spiele-Entwicklungs-Land bestehen.
    Ein Monopol wie früher werden sie wohl nie mehr inne haben, in Zeiten wo selbst in Deutschland Blockbuster entwickelt werden.

    Antworten
  3. Also bald nähern wir uns der 50. Sonic Version :O
    Und tatsächlich ist einfach kein Shenmue in Sicht. Das hätte ich zu gerne mal gespielt!!

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