Kolumne: Videospiele. Bedeutung, Entwicklung, Befürchtungen (TEIL1)

 

Was sind Videospiele? Das ist eine gute Frage, denn es gibt keine einhundertprozentige Antwort. Man muss viele Fragen dazu stellen: Welche Emotionen lösen Videospiele aus? Was wird nicht als Videospiel angesehen? Wie könnte sich die Industrie entwickeln? Was gibt es für Befürchtungen?

Dazu hier ein kleiner Einblick in die Geschichte der Videospiele und mein Blick in die Zukunft:

1946 wurde das erste Computerspiel entwickelt, ein Nim-Spiel und bald darauf 1952 das Tic-Tac-Toe-Spiel OXO.

Die ersten Videospiele waren ein Zeitvertreib, Höhlenmalereien in der Geschichte der Videospielindustrie. Heute sehen manche Menschen Höhlenmalereien als Kunst an, aber der „Künstler“ und seine „Mitmenschen“ sahen das damals wohl anders. Videospiele hatten keine allzu große Bedeutung für die Welt, nicht für die Wirtschaft und schon gar nicht für die Politik. Wie bei allem Neuen gab es kritische Stimmen die dem „neuen Medium“ skeptisch gegenübertraten. Das hat sich bis heute nicht geändert. Das war damals bei der Entwicklung des bewegten Bildes nicht anders.

Nach der „Arcadewelle“ mit Pacman, Space Invaders und Galaga gab es 1983 den großen Videospielcrash, bei dem etliche Konsolenentwickler und Hersteller pleite gingen. Man hätte bis dahin meinen können, dass Videospiele nur ein kleines Licht in der Geschichte gewesen sind, etwas an dass sich niemand mehr erinnern wird. Der Markt wurde mit qualitativ schlechten Videospielen überflutet und zum Weihnachtsgeschäft blieben die Läden voll. Dies führte dazu, dass der US-Markt für Spielekonsolen zusammenbrach. Da Japan von der Krise verschont blieb war 1987 das NES der Weltmarktführer, gefolgt von SEGA. Atari konnte sich nie mehr richtig erholen und stellte die Entwicklung von Konsolen nach dem Atari Jaguar ein.

Was lernt man aus dieser Geschichte?

Nichts. Auch wenn sich gerade zeigt, das sich die nächste Videospielkrise anbahnt, denn die Geschichte von damals lässt sich wie eine Schablone auf die heutige Industrie legen. Nichts spricht dafür, dass es einen so großen Crash wie damals geben wird, jedoch werden etliche Entwickler pleite gehen. Mit der Free to Play-Welle wird es so viele Anbieter geben, dass zwangsläufig der ein oder andere Pleite gehen muss. Das größte Risiko haben hier die Unternehmen, die sich zu 100% auf Free to Play umgestellt haben, wie Crytek und in der Zukunft auch EA. Wenn diese Unternehmen nicht erstklassige und qualitativ hochwertige Spiele liefern und das regelmäßig, dann werden auch sie pleite gehen.

 

Was ist das Problem?

Die meisten Videospiele haben keine Seele mehr, sie sind Produkte die an Verbraucher verkauft werden und dass mit maximalem Profit. Selbst einige Entwickler nehmen ihre Sache nicht mehr ernst, denn wenn es den Machern nicht um maximalen Profit gehen würde, dann würde es keine Spiele wie Resident Evil Operation Racoon City oder die Konsolenversion von Risen 2: Dark Waters  geben. Offensichtlich schlechte Spiele, ob nun inhaltlich, oder technisch, die nur mit ihrem Namen versuchen hohe Absätze zu erzielen – und leider auch Erfolg damit haben. Warum? Weil es mittlerweile mehr schlechte Spiele als „Perlen“ gibt und bevor manche überhaupt nichts Spielen, dann nehmen sie doch das schlechte Spiel.

Die Entwickler nehmen ihre Spiele selbst nicht mehr ernst und zerstören einst so schöne Serien, wie das oben bereits genannte Resident Evil, Final Fantasy oder Silent Hill wegen der Verkäufe. Dabei hat die Geschichte gezeigt, dass der Verbraucher irgendwann nicht mehr bereit ist dafür zu zahlen und dass ist meine Hoffnung, denn wie schon zur Krise 1983 werden früher oder später die Guten von den Schlechten ausgesiebt werden und die, die mit Herz bei der Sache sind werden am Ende belohnt. Die, die Videospiele als das sehen was sie sind – Kunst. Videospiele sind wie Bücher, sie erzählen eine Geschichte, ob nun direkt in Form von Text und Sprache oder indirekt in Form von Erlebnissen. Ihre Aufgabe ist es dem Spieler ein gutes Erlebnis zu bieten und ihn nicht mit einem Angebot zu locken und zu versuchen ihn zu melken wie eine Kuh.

Die Zukunft wird zeigen, ob meine These stimmt und ich hoffe es in gewisser Weise schon, denn dann wird die Industrie endlich wieder zur Vernunft kommen und mehr qualitativ hochwertige Spiele anbieten und den Spielern das geben was sie wollen.

Mehr dazu im nächsten Teil.

 

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2 Kommentare

  1. Ebenso spannendes wie schwieriges Thema. Folgende Aussage finde ich aber ziemlich gewagt: „Weil es mittlerweile mehr schlechte Spiele als “Perlen” gibt“
    Es mag sicher an Innovationen fehlen und die Videospielwelt war nie zuvor so kommerzialisiert wie heute, aber ich denke auch, dass es heute weit weniger Totalausfälle gibt als früher (zumindest was Konsolenspiele anbelangt).

    Antworten
  1. Kolumne: Videospiele. Bedeutung, Entwicklung, Befürchtungen (TEIL2) [heute mit einer Verschwörungstheorie] «

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