The Last of Us: Das Abschiedsgeschenk von Naughty Dog

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Mit The Last of Us bringt Naughty Dog das letzte große Spiel in dieser Konsolengeneration heraus. Ich war mir am Anfang nicht sicher ob das Spiel gut wird, denn Naughty Dog ist nicht für seine Survival-Abenteuer bekannt, wohl aber für seine gut geschriebenen Charaktere. Ich habe es durchgespielt, einen Tag darüber geschlafen und möchte meinen Eindruck nun schildern.

Im Internet gehen die Meinungen (wie immer) ziemlich auseinander. Während die einen von einem Meisterwerk sprechen, bemängeln die anderen die gelegentlichen KI-Aussetzer und andere technische Kleinigkeiten. Ich für meinen Teil möchte vorwegnehmen, dass dieses Spiel in meinen Augen nicht nur das beste Spiel dieser Konsolengeneration ist, sondern das beste das ich überhaupt spielen durfte. Und ich habe The Legend of Zelda: Ocarina of Time und Final Fantasy VII gespielt 😉 Warum ich das finde werde ich erklären.

Geht man technisch an das Spiel heran wird man den einen oder anderen Fehler finden. Deine Begleiter können nicht von Gegnern gesehen werden und manchmal laufen sie auch vor einem Gegner rum, der sie natürlich nicht bemerkt. Ich denke Naughty Dog war sich dessen bewusst, doch man wollte keinen Frust auslösen wenn der Spieler bei einer Entdeckung durch den Gegner gar nicht der Schuldige ist. Andere KI-Aussetzer, wie sie in vielen Foren genannt werden kann ich nicht bestätigen. Doch nun zum Wichtigen: Dem ganzen Anderen.

The Last of Us macht Gameplaytechnisch gar nichts neu, doch das was es macht wird perfekt umgesetzt. Man kann es als eine Mischung aus Resident Evil und Metal Gear bezeichnen. Das Spiel ist wirklich schwer, selbst auf Normal. Man muss oft sein Heil in der Flucht suchen und hat ziemlich wenig Munition zur Verfügung. Später hat man zwar ein ordentliches Arsenal an Waffen, doch die nützen einem nicht viel wenn man immer an Munitionsknappheit leidet.

Die Grafik ist auf gewohnt hohem Niveau, auch wenn es ab und zu ein paar kleine Grafikfehler gibt.

Doch nun ist die Frage warum dieses Spiel nun das beste sein soll. Ihr wollt es wissen? Die Antwort: Liebe und Detailreichtum an jeder kleinen Ecke des Spiels.

Das Spiel erzählt seine Geschichte auf drei verschiedene Weisen. Einmal durch die Videos und Dialoge, also ziemlich grob und deutlich. Dann durch Zettel, Audiologs und anderen Gegenständen die man im Spiel finden kann (jetzt wird es schon subtiler) Und dann auf eine Weise wie ich es noch nie zuvor in einem Spiel erlebt habe: Die Spielwelt erzählt die Geschichte. Ich meine nicht, dass man ein zerstörtes Haus sieht und denkt: „Oh, das Militär hat also irgendwann mal dieses Haus zerstört.“ Ich meine, dass man durch die weitläufigen Gegenden läuft und in einen kleinen Vorort kommt, dort sind haufenweise leere Häuser, man sieht hier und da einen Campinggrill, doch niemals wird das selbe 3D-Modell für den Grill verwendet, denn in der Realität hat auch nicht jeder den selben Grill. Man fragt sich warum die Menschen von diesem Ort geflohen sind, dieser Platz war doch perfekt. Doch wenn man sich die Häuser anschaut, dann wird man bei genauerm Betrachten erfahren warum. In machen Häusern liegen haufenweise Flaschen herum, hastig gepackte Koffer liegen auf den Betten und der Inhalt auf dem Boden verstreut. Und wenn man in einem bestimmten Haus nachschaut (wahrscheinlich war es das Haus des „Anführers“) findet man an einer Wand eine Nachricht, die an die Wand gesprüht wurde. Keine Nachricht die man mit X liest, sondern einfach eine Textur an der Wand. Die Nachricht war ungefähr so: „Trinkt nicht Bills Wasser, es ist infiziert!“ Schlagartig wird einem klar was hier passiert ist und wer die vier Gegner waren die man zuvor von ihrem Leid erlöst hat. Anscheinend ist der größte Teil der Gruppe geflohen und hat sich eine andere Zuflucht gesucht.

Diese subtile Erzählweise macht das Spiel einzigartig. Es wird so gut wie kein 3D-Modell zwei mal verwendet, wodurch die Welt sehr authentisch ist. Lediglich der Stromgenerator und der Werkzeugkoffer sind zwei Modell bei denen mir auffällt, das sie recycelt wurden. Das ganze Spiel ist so verdammt detailreich, solche Geschichten gibt es an jeder Ecke zu entdecken. Ich will gar nicht wissen wie viel Mühe es gekostet hat all das ins Spiel einzubauen, doch ich bin Naughty Dog dankbar dafür.

Ich verstehe dass es Spieler gibt die damit nichts anfangen können und daher eher die technische Seite des Spiels betrachten und die kleinen Fehler bemängeln, doch ich für meinen Teil hatte noch nie eine so intensive Erfahrung mit einem Videospiel. Mir wurde es während des Spielens immer wichtiger das kleine Mädchen zu beschützen und ich fühlte mich schon fast wie der kleine Junge aus der unendlichen Geschichte, der beim Lesen des Buches immer mit den Charakteren gesprochen hat und sagte sie sollen dieses und jenes nicht tun 😉

Ich muss sagen, dass ich schon ein wenig traurig war, als das Spiel zu ende war. Nicht wegen der Geschichte, über die will ich nichts schreiben, sondern einfach weil das Spiel beendet war und die Reise vorbei. Sowas hatte ich noch nicht oft. Bitte, bitte Naughty Dog ihr müsst einfach einen zweiten Teil machen, ihr müsst einfach 😉

Deswegen und wegen Sachen die ich nicht spoilern möchte ist dieses Spiel für mich ein absolutes Meisterwerk der Videospielgeschichte, das sich nicht vor TLoZ: OoT und Final Fantasy verstecken muss.

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7 Kommentare

  1. Holla. Ein Spiel das über Final Fantasy stehen könnte? Wow. Das hört man wahrlich nicht oft.

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    • In der Liga in der diese Spiele stehen ist es halt Geschmackssache, aber mich hat The Last of Us schon ziemlich umgehauen. Das hat noch kein Spiel geschafft.

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  2. Ich stimme dir voll und ganz zu, in Sachen Atmosphäre gehört das Spiel zur absoluten Spitzenklasse. Schon zu Beginn des spielbaren Intros werden einem die Charaktere sympathisch und unsympathisch, sie wirken lebendig und nicht – wie in vielen anderen Spielen – zweidimensional. Nur: Wieso musste dieser Titel PS3-exklusiv erscheinen? Muss Sony damit wirklich noch unbedingt die Ladenregale für die nächste Generation leerräumen? Und: Wieso erst jetzt? Als PS3-Nichtbesitzer bleiben einem so nur Lets Plays und die Hoffnung auf Abwärtskompatibilität… schade.

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    • Naja, Naughty Dog gehört Sony Computer Entertainment, deswegen ist es eigentlich normal, dass der Titel nur für die Playstation erscheint. Dass das Spiel erst jetzt erscheint dürfte wohl an der etwas langen Entwicklungszeit liegen, außerdem hat Naughty Dog in dieser Generation noch drei andere Titel veröffentlicht. Eigentlich ziemlich fleissig 😉

      Antworten

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